Flug, Bahn, Mietwagen und der Vulkan
Für viele Reisende in Deutschland heißt es momentan warten. Warten, bis sich die Staub- und Aschewolke, die derzeit im europäischen Luftraum für Chaos sorgt, verzogen hat. Die Aschewolke stammt vom Vulkan Eyjafjöll (oder richtig: Eyjafjallajökull) auf Island. Während es anfangs nur regionale Einschränkungen im Luftverkehr und es “nur” Sorge um die Einwohner Islands gab, wurde durch ein zu dieser Jahreszeit eher seltenes Hochdruckgebiet über dem Nordatlantik, die Aschewolke nach Mitteleuropa getragen. Da diese durch ihre glühend heiße Asche die Außenhaut und Cockpitfenster der Flugzeuge extrem beschädigen sowie Statik- und Luftöffnungen verstopfen kann, ist die Gefahr eines Absturzes enorm groß. Die Aschewolke kann zudem nicht durch Radargeräte geortet werden.
Der Ausbruch des Eyjafjöll auf Island hat ein bisher in der Geschichte Deutschlands nie dagewesenes Chaos verursacht. 13 deutsche international operierende Flughäfen sind derzeit gesperrt. Nur die Flughäfen in München und Saarbrücken bleiben vorerst offen. Aber nur für Flüge Richtung Südeuropa. Innerhalb Deutschlands geht zur Zeit nichts. Innerhalb Europas geht zur Zeit nichts! Flugreisende müssen viel Geduld mitbringen. Seit Donnerstag Abend sind die meisten Flüge gestrichen worden. Bereits in der Luft befindliche Flieger wurden zu den Flughäfen von denen sie kamen zurück geschickt. Die Chance, dass München und Saarbrücken ebenfalls geschlossen werden, ist groß.
Des einen Leid ist aber des anderen Freud. Während die Flughäfen geschlossen sind, herrscht Hochbetrieb bei den Mietwagen-Firmen und der Deutschen Bundesbahn. Sämtliche fahrbereite Untersätze, egal ob Corsa oder S-Klasse sind vermietet. Vermieter wie Sixt, Europcar und Avis verzeichnen einen Nachfrage Rekord. Sixt stockt seine Europa-Flotte um weitere 2.000 Fahrzeuge auf. Die ohnehin schon zum Wochenende vollen Züge der Bahn drohen auseinander zu brechen. Zusätzliches Personal auf Bahnsteigen und Reisezentren wurden kurzfristig bereitgestellt. Sämtlich verfügbare Züge befinden sich im Einsatz. Hotels und Pensionen sind ebenfalls mit zusätzlichen Übernachtungen konfrontiert.
Da der Vulkan momentan keine Ruhe gibt und weiter Asche in die Atmosphäre bläst, besteht die Gefahr weiterer flugfreier Tage in Deutschland. Bis Samstag fallen jedenfalls sämtliche Flüge aus.
